Camille Graeser Lectures
Die Figur der Zwei - The Figure of Two
Der Lehrstuhl für Moderne und zeitgenössische Kunst der Universität Zürich und das Institut für Theorie der Zürcher Hochschule der Künste laden ein zu den:
Camille Graeser Lectures: Die Figur der Zwei - The Figure of Two
Bestimmten spiegelsymmetrischen Figuren, wie etwa dem gleichschenkeligen Dreieck, kommt in der Bildtheorie eine interessante Sonderstellung zu: Sie sind augenscheinlich in sich geschlossen, Musterbeispiele einer "guten Gestalt", bilden eine starke visuelle Einheit, und doch ist ebenso evident, dass sie aus zwei Hälften bestehen, wobei die eine die andere in umgekehrter räumlicher Orientierung wiederholt. In dieser Ambiguität stellen spiegelsymmetrische Figuren die simple kunsttheoretische Entegegensetzung vom klassischen Bild als unteilbare, organische Einheit und der Serie als beliebig erweiterbare Reihe sich wiederholender Elemente in Frage. Diese paradoxe Verschränkung von Repetition und Ganzheit, von Vielheit und Einheit, hat die Zahlentheorie und eine ebenfalls hier ansetzende philosophische Diskussion auch der Zahl Zwei zugeschrieben. Der Begriff der Figur der Zwei verkoppelt diese beiden, zahlen- und bildtheoretischen Modelle und dient in der Vortragsreihe als Ausgangspunkt einer Diskussion, in der Kunstwissenschaft, Philosophie und Psychoanalyse in Dialog treten werden.
12. April : Dan Graham (New York)
Quasi-Schizophrenia and the Mirror Stage for my work in Art and Architecture
Montag 26. April : Victor I. Stoichita (Fribourg)
Minimal Zurbarán
Montag 3. Mai : Ewa Lajer-Burcharth (Cambridge/Mass.)
Paint and person in Chardin
Montag 10. Mai : Richard Heinrich (Wien)
Zweiheit und Vervielfältigung
Freitag 14. Mai : Alenka Zupančič (Ljubljana)
The singularity of the Two
Mladen Dolar (Ljubljana)
How many ones, how many Others?
Montag 17. Mai : Ruth Sonderegger (Amsterdam)
Wo zwei oder drei in einem Namen beisammen sind
Montag 31. Mai : Wolfram Pichler (Wien)
Caravaggio oder die Malerei des Zwiespalts
Ort & Zeit (wenn nicht anders angegeben): 18.15 Uhr
Hörsaal KOL-F-117
Hauptgebäude der Universität Zürich
Rämistrasse 71, 8006 Zürich
Die Vorträge werden in der nächsten Ausgabe von «31», dem Magazin des Instituts für Theorie, publiziert.
Die Vortragsreihe wurde ermöglicht durch die Camille Graeser Stiftung, Zürich. Sie können gehört werden unter Audio&Visual - Camile Graeser Lectures 2010
Mehr Informationen unter Programm.
Inventionen
Eine Reihe von Doppelvorträgen zur Aktualisierung poststrukturalistischer Theorie
Construire le Commun
25. März 2010, 18 Uhr
Roberto Nigro & gerald Raunig (Zürich)
Judith Revel (Paris)
Mit Franco Berardi Bifo, Katja Diefenbach, Antke Engel, Maurizio Lazzarato, Isabell Lorey, Erin Manning, Brian Massumi, Sandro Mezzadra, Angela Mitropoulos, Antonio Negri, Roberto Nigro, Stefan Nowotny, Gerald Raunig, Judith Revel.
Organisation: Institut für Theorie und Vertiefung Theorie an der Zürcher Hochschule der Künste, in Kooperation mit dem European Institute for Progressive Cultural Policies und der Shedhalle Zürich
„Das Wesentliche einer Invention ist, die Verbindung von Kräften herzustellen, die vor der Invention einander entgegengesetzt waren. Die Invention ist eine Assoziation von Kräften, die sich an die Stelle einer Opposition oder sterilen Gegenüberstellung der Kräfte setzt."
(Gabriel Tarde, L'opposition universelle)
Prekarität, Prekariat, Prekarisierung
6. April 2010, 18 Uhr
Isabell Lorey (Berlin)
Angela Mitropoulos (Sydney)
Politik der Potenzialität
6. Mai 2010, 19.30 Uhr
Katja Diefenbach (Berlin)
Thomas Seibert (Frankfurt)
Veranstaltungsort: Shedhalle Zürich
Die Vortragsreihe wird im Herbst fortgesetzt. Für mehr Informationen sehen Sie bitte unter Progroamm.
MIT - SINN
Institut für Theorie und migros museum für gegenwartskunst laden ein zum
Vortrag «MIT - SINN» von Jean-Luc Nancy
Samstag, 13. März, 19 Uhr
migros museum für gegenwartskunst,
Limmatstrasse 270
Vortragssprache ist Deutsch
Eine besonders herausragende Position innerhalb der Debatte um einen neuen Begriff von «Gemeinschaft» nimmt Jean-Luc Nancy ein, der immer wieder in den Diskurs eingegriffen hat und diesen vorantrieb. Mit seiner Schrift «singulär plural sein» entwickelt er den Vorschlag einer neuen Kategorie des Mit-Seins: «Meiner Ansicht nach ist das erste Erfordernis, das überkommene Verständnis des ‹Gemeinsamen› und der ‹Gemeinschaft› unter Vorbehalt zu stellen. Auf dieser Grundlage können wir beginnen zu verstehen, dass das ‹Sein-in-der-Gemeinschaft› kein gemeinsames Sein ist und dass es anders zu analysieren ist, zum Beispiel als ‹Zusammen-Sein› oder ‹Mit-Sein›. Die Hauptfrage ist, wie die Politik als eine Nicht-Totalität zu denken ist, und das heisst anders denn als Unterordnung der gesamten Existenz. Zwischen der Ontologie des Mit-Seins und der Politik darf es keinen begründenden Zusammenhang geben und auch keinen solchen des Ausdrucks.»
Das Institut für Theorie (ith) arbeitet seit nunmehr über einem Jahr am Thema «GEMEINSCHAFT VIELLEICHT - Un/Mögliche Gemeinschaft - vorläufige Gemeinschaften» mit der Absicht durch begriffliche Präzisierungen und Problematisierungen «Gemeinschaft» in seiner herausfordernden Komplexität in den Diskurs über Alltagskultur und Gegenwart zu transferieren. Wir freuen uns daher besonders Jean-Luc Nancys Beitrag zur politischen Philosophie und Praxis vorstellen zu können.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem Institut für Theorie (ith) http://www.ith-z.ch/ und dem migros museum für gegenwartskunst Zürich.
Kinoapparatom presents: WARNUNG VOR EINER HEILIGEN NUTTE

Donnerstag, 4. März 2010, 19 Uhr
Gemeinschaftszentrum Wollishofen, Bachstrasse 7, Zürich
Ein Film von Rainer Werner Fassbinder (D 1971, 99 min)
Der Film wird präsentiert von Kinoapparatom (Simone Schardt & Wolf Schmelter) im Rahmen der Veranstaltungsreihe
Un/Mögliche Gemeinschaft des Institut für Theorie (ith), Zürich.
Einladung
GEMEINSCHAFT - VIELLEICHT
Un/Mögliche Gemeinschaft - vorläufige Gemeinschaften
1 Tagung - 2 Projekte
Das ith organisiert im kommenden Semester eine grosse Tagung GEMEINSCHAFT - VIELLEICHT / Un/Mögliche Gemeinschaft - vorläufige Gemeinschaften, die auf zwei Projekten basiert.
Projekt I (Elke Bippus): Un/Mögliche Gemeinschaft - Eine Veranstaltungsreihe und Ausstellung in Kooperation mit der Shedhalle Zürich
Projekt II (Dorothee Richter): Transfer Zone - vorläufiges Leben - vorläufige Gemeinschaften
Die Kolloquiumstagung findet vom 12 bis 14. März 2010 statt.
Jörg Huber, Elke Bippus und Dorothee Richter
Mehr zu der Veranstaltung im Programm