Institut für Theorie / Ein Forschungsinstitut der Zürcher Hochschule der Künste
 

Interventionen 2003

Eine Auswahl der Interventionen-Vorträge aus dem Jahr 2003.
Format: mp3.

Die Beiträge wurden in den Interventionen Jahrbüchern gesammelt und publiziert.

Aus Indonesien und Malaysia wurde seit dem 19. Jahrhundert mit dem Begriff des Amok (malai. amuk = wütend, rasend) die Nachricht von einer besonderen, motivlosen Form der Gewalt nach Europa und Nordamerika gebracht. Dabei ist der "Amok" sehr schnell zu einem Titel für eine diffuse soziale Bedrohung geworden, die das Ereignis einer radikalen und beliebigen Feindschaft in die Ökonomie der modernen Vorsorge- und Risikogesellschaften einführt. Am Leitfaden von Dokumenten unterschiedlicher (medizinischer und literarischer, psychiatrischer und filmischer) Art sollen hier die Gestalten eines neuen, grundlosen Bösen verfolgt werden, für das Edgar Allen Poe einmal den Ausdruck "Alb der Perversion" geprägt hat.

 

3. April 2003, Theoriesaal der HGKZ.

Joseph Vogl I

Joseph Vogl II

Die großen Ästhetiken von Hegel, Adorno und Heidegger haben stets die Kunst an den Anspruch der Wahrheit geknüpft. Kunst und Sprache gehören so zusammen. Der Vortrag unterläuft diese Beziehung auf dreifache Weise: Indem er der hermeneutischen Kunsttheorie das Vergesse der Materialität vorwirft,indem er umgekehrt der dekonstruktiven Arbeit ihre Sprachlastigkeit vorhält und an die Erfahrung der Präsenz erinnert, schließlich indem er den Begriff des Performativen auslotet und so Kunst und Ereignis verbindet.

 

24. April 2003.

Dieter Mersch

Die Idee des Kata (Muster) bildet die Grundlage der traditionellen Ausdruckskünste (Geido) in Japan. Dieser Idee kann man eine Bildungstheorie ablesen, die sich mit dem Stickwort der "ästhetischen Konstruktion des Ich" repräsentieren lässt. Der Vortrag versucht, Struktur und historischen Hintergrund dieser Bildungstheorie anschaulich zu machen.

8. Mai 2003, Völkerkundemuseum Zürich.

Yasuo Imai

In den letzten Jahren hat die Aesthetik sich in der Philosophie als eine Spezialdisziplin mit einem nur von ihr verwalteten eigenen Feld zu etablieren versucht. Damit verspielt sie den Anspruch, mit dem sie im 18. Jahrhundert angetreten war: im Blick auf bestimmte, "ästhetisch" genannte Vollzüge das philosophische Verständnis menschlicher Praxis im Ganzen zu verändern. An diese Dialektik von Besonderem und Allgemeinem in der Aesthetik soll durch das Konzept eines Streites zwischen ästhetischer und philosophischer Reflexion angeknüpft werden. Die Aesthetik ist der Ort dieses Streits, und das bezeichnet, wodurch die Aesthetik, als Philosophie, zugleich eine Kritik der Philosophie ist.

12. Juni 2003.

Christoph Menke

3. Juli 2003.

Wlad Godzich I

Wlad Godzich II

Wlad Godzich III

Der Begriff des Ereignisses steht für eine Erfahrung, in der nicht nur Regeln angewandt und Daten registriert werden, sondern in der etwas auf dem Spiel steht und Unerwartetes zu gewärtigen ist. Was uns widerfährt, wartet auf unsere Antwort; es findet sich, bevor es gesucht wird; es übersteigt jede Sinndeutung und jede Regelung.

 

2. Oktober 2003.

Bernhard Waldenfels

Il s'agira de penser que dans l'image, à la catégorie de mimesis s'ajoute celle de methexis, ou de participation - et que l'élément auquel nous participons dans l'image doit être analysé selon le régime d'une résonance et d'une forme d'acousticité interne à la visibilité.

 

23. Oktober 2003.

Jean-Luc Nancy

Am Anfang waren weder Bild noch Text, am Anfang war die Spur. Im Unterschied zu den Scharmützeln zwischen Bild- und Textwissenschaft, die im Zeichen des iconic turn wieder aufgeflammt sind, geht es um das Zusammenspiel von visuellen und sprachlichen Bildern. Bilder, so die These, sind die Hauptakteure unserer Erkenntnisse. die Voraussetzung für die Geltung dieses Satzes ist allerdings: Man muss hinter die Einfriedung des Bildbegriffs in das zweidimensionale ikonische Bild zurückgehen und nach der Genese des Bildes aus dem Kult fragen.

20. November 2003.

Sigrid Weigel

"Glamour", sagt ein New Yorker Drag-Performer, "ist Widerstand". Stimmt das? Inwiefern hängt der Effekt oder die Möglichkeit von Glamour von einem Massenpublikum ab? Wie verändert sich der Charakter von Glamour, wenn er in Gegenöffentlichkeiten nachgeahmt wird?

27. November 2003.

Michael Warner

Japanische Selbstinszenierungen für das 21. Jahrhundert.

 

4. Dezember 2003.

Irmela Hijiya-Kirschnereit

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