Institut für Theorie / Ein Forschungsinstitut der Zürcher Hochschule der Künste
 

«Check it» - Grenzgänge im Flughafen Zürich

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Inhalt

Der Flughafen Zürich markiert Grenzen mitten in der Schweiz. Er ist Drehscheibe für jährlich 17 Millionen Passagiere und Umschlagplatz von rund 400 000 Tonnen Fracht. Als exklusiver Ort ausführender Kontrollinstanzen wird er zum Schauplatz der Auseinandersetzung der „Insel Schweiz“ mit dem Europäisierungs- und Globalisierungsprozess.

Das Forschungsprojekt untersucht die aktuellen Tendenzen in der Personen-, Gepäck-, und Warenkontrolle, wobei die Art der Kontrollsysteme, die Logik der Kontrollverfahren und die Rolle technologischer Visualisierungsmöglichkeiten im Zentrum stehen.

Darüber hinaus sind Veränderungen, Auflösungen und Vorstellungen der Schweizer Grenze sowie die Konstruktion des Grenzraums „Flughafen Zürich“ ein wichtiges Thema. Die Frage, wie sich die Grenze im physischen Raum manifestiert (etwa der Grenzzaun des Flughafenareals), interessiert im selben Masse wie die Deutungen von Grenze, über welche die Mitarbeitenden am Flughafen verfügen. Relevant ist, inwiefern sich in ihren Aussagen mentale Repräsentationen von „Grenze“, die kulturell geformt und berufsfeldspezifisch geprägt sind, äussern.

Methode

Das Vorgehen stützt sich auf qualitative Methoden der Sozialwissenschaften, insbesondere der visuellen Anthropologie: Kamera und Ton dienen als wichtigste Forschungsinstrumente. Zu den Techniken der Datenerhebung gehören neben Quellen- und Literaturrecherchen in erster Linie semi-strukturierte Video- und MD-Interviews, photographische Notizen und die Suche nach visuellen Beschreibungen, welche soziale, ästhetische und sensuelle Erfahrungen sowie performative Dimensionen des Themas darstellen und verdichten.

Präsentationsform

Die so gewonnenen hybriden dokumentarischen Materialien wie Video, Foto, Ton und Text werden ausgewertet und in Form einer interaktiven Installation präsentiert. Datenbank und Design der Plattform, die als zentrales Tool für die Ordnung der Materialien dient, wird in Zusammenarbeit mit dem Praxispartner V2_Lab in Rotterdam entwickelt.
Je nach Standort und räumlichen sowie infrastrukturellen Möglichkeiten sieht der künstlerische Teil des Projekts, der in Zusammenarbeit mit Videocompany Zofingen entsteht, eine Ausstellung mit diversen Elementen vor: interaktive Plattform, Videoprojektion(en) im Raum, Textbeiträge und Objekte.
Die Idee ist, eine Verbindung zwischen virtuellem und physischem (Ausstellungs-)Raum sowie eine konzeptionelle Bezugnahme zwischen der Grenzthematik und den Ausstellungsräumlichkeiten zu schaffen.

Laufzeit: November 2004 bis Mai 2006

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