Institut für Theorie / Ein Forschungsinstitut der Zürcher Hochschule der Künste
 

Konzept und Inhalt des Institut für Theorie

Das ith wurde 1999 gegründet mit dem Zweck, die Theoriebildung im Kontext von Gestaltung und Kunst und allgemein als Theorie der Ästhetik und Kultur zu entwickeln. Das Institut betreibt Grundlagenforschung sowie angewandte Forschung in den Bereichen der ästhetischen Theorie, der Alltags-, Medien-, Bild- und Sinneskultur; die Arbeit ist transdisziplinär und transkulturell orientiert. Das Institut organisiert regelmässig öffentliche Veranstaltungen und publiziert ein Institutsmagazin (31) sowie eine Buchreihe (T:G). Ein spezielles Gewicht wird auf die Entwicklung und Erprobung unterschiedlicher Theorieformate und Verfahren der Forschung gelegt (verschiedene Medien, Schauplätze, Performativitäten).

Arbeitsschwerpunkte

Das ith entwickelt seine Arbeitsschwerpunkte auf zwei Ebenen: als Theorie der Theorie und als Forschung in und mit Theorie. Dabei sollen mögliche Bedeutungen, Funktionen und Gestalten von Theorie in drei Hinsichten untersucht und erprobt werden: 1. in Bezug auf eine kulturelle und im engeren Sinn ästhetische Praxis, 2. als eigens ein dieser Praxis integraler und von dieser generierter Teil und 3. indem Theorie selbst als kulturelle, ästhetische Praxis verstanden wird. Eine Theorie der Ästhetik verlangt die Reflexion einer Ästhetik der Theorie, eine Forschung in der Theorie die Reflexion einer Theorie der Forschung.

Theorie der Ästhetik
Den gemeinsamen Nenner aller Schwerpunktsbildungen liefert die Ästhetik. Sämtliche Problemstellungen werden unter dem Aspekt des Ästhetischen thematisiert: bezüglich Wahrnehmungs- und Gestaltungsvorgängen, der Konstruktion von (Un-)Sichtbarkeiten, der Produktion von Wissen und ästhetischer Erfahrung. Dabei geht es um Prozesse der Er- und Entmächtigung, der Aus- und Eingrenzung, der Ausdifferenzierung von Gesellschaften, der Performanz von Einzelnen und Kollektiven.

Theorie der Kulturen
In Verbindung mit der Ästhetik werden die Ausprägungen von Kulturen untersucht. Dabei geht es um Kulturen des Wissens und, umfassender, um Lebenskulturen. Vor dem Hintergrund der Globalisierungsprozesse werden die Konstruktion und Imagination des Eigenen und Fremden analysiert. Themen sind Migration, kulturelle Geografien, die Imagination von Bildern des Anderen, Tourismus und die Konzeption „nationaler Topographien“, die Konstruktion von Grenzen und der Einsatz von Medien in der Überwachung etc.

Theorie der alltäglichen Lebenswelten
Themen dieses Bereichs sind Vorgänge in der Entwicklung von Arbeitswelten, beispielhaft bearbeitet im Projekt Be Creative!, das den Wandel und die Funktion des Kreativitätsbegriffs in Kultur und Wirtschaft untersucht oder im Projekt Komplizenschaft (gefördert von der KTI), das diese Form des Zusammenschlusses in der Praxis von Wirtschaft, Kultur und Theorie analysiert. Weitere Themen sind das Design der Unterhaltungskultur und die Performanz von Personen und Körpern.

Theorie der Theorie
Die Theorie im Kontext der Künste hat als eine ihrer Voraussetzungen und damit auch ihrer Aufgaben die Entwicklung einer Kritik der Tradition und Aktualität abendländischer Rationalitätskulturen sowie ihrer Verfahrensweisen und ihres Mediengebrauchs. Es geht um die epistemologische Bedeutung der visuellen Kultur sowie im engeren Sinn der Bilder und des durch die ästhetische Praxis generierten Wissens. Titel dieser Arbeit sind Kultur Nicht Verstehen (zur Bedeutung des Nichtverstehens); Ästhetik der Kritik, Kontingenz als Figur des Dritten oder Call for Images. Diese Projekte werden im internationalen Verbund in Kolloquien entwickelt und in den ith-Publikationen veröffentlicht.

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