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No. 14/15: Die Figur der Zwei - The Figure of Two

Bestimmten spiegelsymmetrischen Figuren, wie etwa dem gleichschenkeligen Dreieck, kommt in der Bildtheorie eine interessante Sonderstellung zu: Sie sind augenscheinlich in sich geschlossen, Musterbeispiele einer "guten Gestalt", bilden eine starke visuelle Einheit, und doch ist ebenso evident, dass sie aus zwei Hälften bestehen, wobei die eine die andere in umgekehrter räumlicher Orientierung wiederholt. In dieser Ambiguität stellen spiegelsymmetrische Figuren die simple kunsttheoretische Entegegensetzung vom klassischen Bild als unteilbare, organische Einheit und der Serie als beliebig erweiterbare Reihe sich wiederholender Elemente in Frage. Diese paradoxe Verschränkung von Repetition und Ganzheit, von Vielheit und Einheit, hat die Zahlentheorie und eine ebenfalls hier ansetzende philosophische Diskussion auch der Zahl Zwei zugeschrieben. Der Begriff der Figur der Zwei verkoppelt diese beiden, zahlen- und bildtheoretischen Modelle und diente in der Vortragsreihe als Ausgangspunkt einer Diskussion, in der Kunstwissenschaft, Philosophie und Psychoanalyse in Dialog getreten sind.

Das Heft nimmt die Vorträge der Camille Graeser Lectures und weitere Autoren auf. Erscheinungstermin Dezember 2010.

 

Verantwortliche: Stefan Neuner, Philipp Urlsrung und Julia Gelshorn

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